Montag, 29. Februar 2016

Konsequent oder trotzig?

Gestern waren wir bei guten Freunden zum Geburtstag eingeladen. Eigentlich sollte es eine Einladung zu Kaffee und Kuchen werden. im Vorfeld hatte ich mir vorgenommen auf den Kuchen zu verzichten und am Abend zu Hause Gemüse mit Hähnchenfleisch zuzubereiten. Unsere Freunde wissen, dass ich momentan mit WeightWatchers abnehme. 

Mir stellt sich in solchen Momenten immer die Gewissensfrage, ob ich einfach eine Ausnahme mache und zuschlage, oder ob ich konsequent bleiben soll und im schlimmsten Fall den Gastgeber vor den Kopf stoße. Aber wie gesagt: In diesem Fall war die Sache eigentlich klar, weil jeder im Freundeskreis weiß, dass ich Punkte zähle.

Nun, auf den Kuchen habe ich verzichtet, erntete aber aus dem Kreis der Schwiegereltern schon einige verständnislose Blicke und einige überflüssige Kommentare. Wie sich später herausstellte, war auch noch ein Abendessen geplant, mit dem wir nicht gerechnet hatten. Auf den Tisch kamen punkte- und kalorienreiche Speisen. Panierte Minischnitzel, gefüllte, in Öl eingelegte Minipaprika, Baguette, zahlreiche Brotaufstriche und Nudelsalat. 

Inzwischen war ich sehr hungrig, denn ich hatte zuletzt mittags etwas gegessen. In diesem Moment fühlte ich mich wie ein trotziges Kind, als ich sagte: "Sorry, aber das sprengt mein Punktekonto." Für mich war zu diesem Zeitpunkt klar: Ich warte bis wir zu Hause sind, und esse dort nach Plan.

Natürlich kann man sich die Frage stellen (lassen), ob ich hier nicht mal eine Ausnahme machen kann. Aber wenn ich ehrlich bin: Es gibt eben tausend Situationen die es mir leicht machen würden, eine Begründung für eine Ausnahme zu finden. Letztlich möchte ich aber ein Ziel erreichen und gerne dran bleiben. Mit Ausnahmen funktioniert das nicht wirklich. 

Zu Hause hab es dann Hähnchenfilet und Gemüse. Dennoch plagt mich, gegenüber meinen Freunden, ein schlechtes Gewissen...